Mitglieder der IPA besuchten am 25. März die „Villa ten Hompel“ in Münster, ein historisches Gebäude, das heute als Gedenk- und BildunUrsprünglich gehörte die Villa einer Unternehmerfamilie und wurde 1924 erbaut. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie von der Ordnungspolizei genutzt. Hier saßen die Schreibtischtäter für die Region, die 30 Polizeibataillione ins besetzte Europa schickten, Deportationen organisierten, Fremdarbeiter und Kriegsgefangene überwachten. Heute ist das Herrenhaus ein Geschichtsort und erinnert an die Verbrechen der Polizei in dieser Zeit.
Es ist nur eine Zahl. 62 Prozent. Aber was verbirgt sich dahinter? Die Antwort: Menschen. 3,6 Millionen von rund 6 Millionen. Sie starben unter Mitwirkung der Polizei im so genannten Dritten Reich. Drangsaliert, erschossen, vergast, verbrannt, erschlagen. In Ghettos und Lagern oder an bestimmten oder geheimen Orten.
Das größte Einzelmassaker von der Sicherheitspolizei, Wehrmachtssoldaten und einheimischen Milizionären geschah am 29. auf den 30. September 1941 in der Nähe von Kiew in der Ukraine – die Schlucht in Babi Jar. Die Deutschen ermordeten mit Unterstützung von Ukrainern sage und schreibe 33.000 Männer, Frauen, Kinder in nur 48 Stunden. Im selben Jahr rückten Einheiten der Wehrmacht und der Ordnungspolizei in die Stadt Bialystok ein. Der Kommandeur des Kölner Polizeibataillons 309 erteilte seinen Männern den Befehl, die polnische Stadt nach jüdischen Einwohnern zu durchsuchen. 800 wurden in die Synagoge getrieben und eingeschlossen. Mit Granaten und Benzin wurde das Gotteshaus angesteckt. Die Eingeschlossenen verbrannten bei lebendigem Leibe. Das Feuer griff auf angrenzende Häuser über. Insgesamt starben bei dem Massaker 2000 jüdische Menschen. Nur zwei Beispiele für die Verbrechen der Polizei. Viele der Beteiligten wurden nach dem Krieg wieder in die neu aufgebaute Polizei der Bundesrepublik Deutschland übernommen. (uk)